Herzlich wilkommen auf der Seite der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen!



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Bochum feiert Chanukka


von Justin Mantoan

Erstmals in der über 400-jährigen Geschichte jüdischen Lebens in Bochum erleuchtet in diesem Jahr ein Chanukka-Leuchter, die Chanukkia, vor dem Bochumer Rathaus. Die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen errichtet gemeinsam mit der Stadt eine Chanukkia, welche acht Tage lang Licht spenden wird. Diese wird dankenswerterweise vom Freundeskreis der Bochumer Synagoge gesponsert und vom Essener Künstler Michael Stratmann (Metallgestaltung Stratmann GmbH) gestaltet. Stratmann entwarf unter anderem bereits Chanukkia und Menora der Neuen Synagoge Bochum. Die Entzündung der fünften Kerze findet im feierlichen Rahmen am Abend des 14. Dezember (28. Kislev 5781 im jüdischen Kalender) im Beisein des Oberbürgermeisters und Vertretern der Jüdischen Gemeinde vor dem Bochumer Rathaus statt. Doch auch in den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte Sternenhügel am Erich-Mendel-Platz wird eine weithin sichtbare Chanukkia installiert. Möglich gemacht hat dies ein guter Freund der Gemeinde, der Metallbauer Hüseyin Kilinc, Geschäftsführer der Firma BOGETEC Metallbau GmbH. Die Kinder der Kita haben die Möglichkeit, die Kerzenhalter des Leuchters individuell zu gestalten. So tragen auch unsere jüngsten Gemeindemitglieder dazu bei, das diesjährige Lichterfest trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu einem besonderen Fest zu machen. Durch die Errichtung der beiden Chanukka-Leuchter wird das jüdische Leben in Bochum, welches seit mindestens 1616 nachweisbar ist, für die Öffentlichkeit noch sichtbarer gemacht. Bochumer Bürgerinnen und Bürger aller Konfessionen sind eingeladen, das Licht der Chanukkia zu genießen und mehr über jüdisches Leben in Bochum und darüber hinaus zu erfahren. Hierdurch leistet die Jüdische Gemeinde einen Beitrag, der seit jeher selbstverständlich ist: das öffentliche Leben mit zu gestalten und ein aktiver Teil der Bochumer Gemeinschaft zu sein. Doch warum wird Chanukka überhaupt gefeiert? Und warum direkt acht Tage lang? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir in der jüdischen Geschichte weit zurückblicken, genauer gesagt in das Jahr 3597 des jüdischen Kalenders, also ins Jahr 164 v. Chr. Damals war der Jerusalemer Tempel von Griechen und hellenisierten Juden entweiht worden, statt G“tt wurde griechischen Gottheiten gehuldigt. In diesem Jahr jedoch eroberten jüdische Freiheitskämpfer, welche sich nach ihrem Anführer Judas Makkabäus Makkabäer nannten, den Tempel zurück. Die ehemaligen Besatzer ließen allerdings nur einen einzigen Krug geweihten Öls zurück, welcher nur einen Tag brennen würde. Die siebenarmige Menora drohte zu erlöschen. Doch wundersamer Weise, so heißt es im Talmud, brannte das Licht ganze acht Tage lang und somit blieb genügend Zeit, weiteres geweihtes Öl herzustellen, um das Licht im Tempel nicht erlöschen zu lassen. Zur Erinnerung an dieses Wunder feiern noch heute Jüdinnen und Juden in aller Welt acht Tage lang Chanukka und entzünden gemeinsam in der Gemeinde oder im Kreis der Familie an jedem Abend eine Kerze. Es wird gemeinsam gegessen, gespielt und ausgelassen gefeiert. Die Jüdische Gemeinde Bochum freut sich sehr, in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit zu haben, mit allen Bochumer Bürgerinnen und Bürgern das Lichterfest begehen zu können und an die Tempelweihe zu erinnern. Ein besonderer Dank gilt neben dem Freundeskreis der Bochumer Synagoge und Michael Stratmann auch Hüseyin Kilinc, welcher es durch seine Arbeit ermöglicht, dass auch in den Räumlichkeiten der Gemeinde eine neue Chanukkia erstrahlen kann. So ist es nicht nur den Kita-Kindern und allen anderen Mitgliedern der Gemeinde möglich, die acht Lichter zu entzünden, auch Passantinnen und Passanten können das Licht acht Tage lang über der Castroper Straße leuchten sehen.



Neue Chanukkia in der KITAthumbnail